Nichts Schönres unter der Sonne… - Abschlussexkursion der CAT-Gruppe
Den Auftakt unserer Abschlussveranstaltungen bildete ein Besuch im Bruseum in Graz. Das dem Künstler Günter Brus gewidmete Museum vermittelt eindrucksvoll das Werk eines der bedeutendsten Vertreter des Wiener Aktionismus. Mit seinen radikalen Performances, Körperaktionen und Zeichnungen überschritt Brus bewusst die Grenzen traditioneller Kunstformen und prägte die österreichische Kunstgeschichte nachhaltig.
In Klagenfurt besuchten wir das erste Atelier von Maria Lassnig, der Grande Dame der österreichischen Malerei. Hier erhielten wir spannende Einblicke in ihre frühen Schaffensjahre und die Entstehung jener einzigartigen „Körperbewusstseinsbilder“, mit denen sie internationale Kunstgeschichte schrieb.
Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein – diese Zeile aus Ingeborg Bachmanns Gedicht „An die Sonne“ begleitete unsere Reise durch Kärnten. Im Jahr ihres 100. Geburtstags stand die bedeutende Schriftstellerin im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Im Ingeborg Bachmann Haus Klagenfurt begaben wir uns auf die Spuren ihrer literarischen und biografischen Wurzeln.
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. (Ingeborg Bachmann)
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der Ausstellung „All About Nature“ in der Stadtgalerie Klagenfurt. Die präsentierten künstlerischen Positionen setzten sich auf vielfältige Weise mit dem Verhältnis von Mensch und Umwelt auseinander und zeigten, wie aktuell Fragen der Nachhaltigkeit, Verantwortung und Naturverbundenheit geblieben sind.
Kunst kann die Welt nicht verändern, aber sie kann Menschen verändern und Menschen können die Welt verändern. (Maxine Greene, Philosophin)
Beeindruckend war auch der Besuch des Museum Liaunig, dessen außergewöhnliche Architektur sich harmonisch in die Landschaft Südkärntens einfügt. Die aktuelle Hauptausstellung „(K)ein Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig“ widmet sich der Entwicklung des Skulpturbegriffs seit 1945 und zeigt anhand von über 200 Werken, wie vielfältig und offen zeitgenössische Skulptur heute verstanden werden kann. Die Verbindung von Architektur, Landschaft und zeitgenössischer Kunst eröffnete neue Perspektiven auf das Zusammenspiel von Raum, Material und Natur und machte den Besuch zu einer der eindrucksvollsten Stationen unserer Reise.
Im Werner Berg Museum in Bleiburg erwartete uns die Sonderausstellung „Mikrokosmen“. Werner Bergs Werke traten hier in einen spannenden Dialog mit den unheimlich-realistischen Gemälden von Mercedes Helnwein sowie den ikonischen Arbeiten von Alberto Giacometti. Die Gegenüberstellung unterschiedlicher künstlerischer Positionen zeigte überraschende Perspektiven und die zeitlose Kraft großer Kunst.
Zurück in Graz sorgte schließlich die Galerie Reinisch Contemporary für einen blühenden Abschluss. Die farbintensiven, überdimensionierten Löwenzahn-Skulpturen von Thomas Stimm bildeten einen ebenso poetischen wie kraftvollen Abschluss unseres CAT-Jahres.
Mein besonderer Dank gilt meiner CAT-Gruppe für die vielen bereichernden gemeinsamen Momente. Es beeindruckt mich sehr, mit welcher Offenheit und Begeisterung die Schüler:innen zeitgenössischer Kunst begegnen, wie aufmerksam sie neue Inhalte aufnehmen und wie reflektiert sie ihre eigenen Standpunkte einbringen. Diese Neugier, das Engagement und die wertschätzenden Gespräche haben die gemeinsame Zeit besonders gemacht. Ebenso danke ich meinen Kollegen Martin Niggler und Reinhard Pongratz herzlich für ihre stets verlässliche und unterstützende Begleitung meiner Gruppe.
Martina Sulzberger