Exkursionen

Regenerativ wirtschaften

Im Jänner besuchten die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfaches Arbeitswelt und Wirtschaft eine Veranstaltung der Montagsakademie an der Karl-Franzens-Universität Graz. Der Vortrag trug den Titel „Regenerativ wirtschaften: Wie der Einbezug von Klima, Umwelt und Sozialem das System verändert“ und wurde von Univ.-Prof. Mag. Dr. Karl Steininger vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel sowie vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Graz gehalten.

Zu Beginn erklärte Prof. Steininger, dass das derzeitige Wirtschafts- und Produktionssystem zunehmend an die biophysikalischen Grenzen unseres Planeten stößt. Er verglich dabei die Konzepte der „Empty World“ und der „Full World“. Während früher Ressourcen als nahezu unbegrenzt galten, leben wir heute in einer Welt, in der viele ökologische Grenzen bereits erreicht oder überschritten sind. Im Jahr 2009 wurden sieben planetare Grenzen beschrieben, von denen drei überschritten waren. Heute spricht man von neun Grenzen, von denen nur wenige als wieder stabilisiert gelten.

Besonders problematisch ist laut Vortrag die rasante Erderhitzung!

Die Konzentrationen von CO₂ und Methan liegen inzwischen weit über den natürlichen Schwankungen der letzten Millionen Jahre. In Österreich ist die Durchschnittstemperatur seit 1970 bereits um etwa drei Grad Celsius gestiegen. Auch die Biodiversität ist stark bedroht – besonders in Südamerika, etwa im Cerrado in Brasilien, aber auch in Europa ist ein deutlicher Rückgang zu beobachten.

Ein zentrales Thema des Vortrags war das regenerative Wirtschaften. Dieses geht über das Ziel hinaus, nur keinen zusätzlichen Schaden zu verursachen, und setzt stattdessen auf das Wiederaufbauen und Regenerieren von Ressourcen. Dabei werden Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt als ineinander verschachtelte Systeme verstanden. In diesem Zusammenhang verwies Prof. Steininger auch auf die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2015, die bis 2030 erreicht werden sollen. Die Biosphäre bildet dabei die Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft und diese wiederum für die Wirtschaft.

Abschließend zeigte der Vortrag, dass nachhaltige und regenerative Ansätze nicht im Widerspruch zu wirtschaftlichem Wachstum stehen müssen. Mehr Kreislaufwirtschaft kann sogar zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts beitragen. Ein Beispiel dafür ist der massive Preisverfall von Photovoltaikanlagen, deren Kosten seit ihrer Erfindung um rund 99,6 % gesunken sind. Insgesamt machte der Vortrag deutlich, dass eine umfassende Transformation unserer Wirtschaft notwendig ist, aber auch große Chancen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft bietet.