Exkursionen

CATs auf Kulturreise: Einblicke in die 61. Biennale von Venedig

Die Biennale di Venezia zählt zu den bedeutendsten internationalen Ausstellungen für zeitgenössische Kunst und findet seit 1895 im zweijährigen Rhythmus statt. Die 61. Ausgabe führte auch die Wahlpflichtgruppe CAT (Contemporary Art Theory) – gemeinsam mit Prof. Pongratz und Prof. Sulzberger – in die italienische Lagunenstadt. Unter dem Titel „In Minor Keys“ widmet sich die diesjährige Biennale dem von der Kuratorin Koyo Kouoh entwickelten Ausstellungskonzept.

Bereits in den Giardini erwartete uns eine Fülle überraschender Eindrücke. Besonders ungewöhnlich war der japanische Pavillon, in dem wir eine Babypuppe überreicht bekamen. Einige aus unserer Gruppe ließen sich auf die Fürsorge für das „Baby“ ein und wurden dadurch selbst zu einem Teil der künstlerischen Inszenierung. Der britische Pavillon beeindruckte viele von uns nachhaltig. Mit leuchtenden Farben und einer eindringlichen Klanglandschaft werden Themen wie Identität und Zugehörigkeit verhandelt. Viki, Frida, Hanni, Antonia, Marlene und Magdalena schilderten ihre Eindrücke:

Wir haben viel über Kunst dazugelernt. Besonders imponiert hat uns der britische Pavillon, den die Künstlerin Lubaina Himid in ein farbintensives Gesamtkunstwerk verwandelt hat.

Auch der griechische Biennale-Pavillon überzeugte: Ein als „Escape Room“ gestalteter Parcours greift Platons Höhlengleichnis auf und thematisiert zugleich die Flucht in virtuelle Räume.

Ein absolutes Spektakel war der von Florentina Holzinger bespielte Österreich-Pavillon. Ihre radikale Performance „Seaworld Venice“, bei der zu jeder vollen Stunde eine nackte Performerin kopfüber als menschlicher Klöppel in einer riesigen Glocke agiert, hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Im Arsenale beeindruckten uns großformatige Installationen, Skulpturen und Videos, die sich in den monumentalen Hallen der ehemaligen Schiffswerft intensiv mit Themen wie Erinnerung, Identität und Natur auseinandersetzen. Interessant war der irische Pavillon, in dem die Künstlerin Isabel Nolan mit Wandteppichen und Stahlskulpturen auf poetische Weise versuchte, Ordnung in das Chaos der Welt zu bringen. Auch der indische Pavillon, der sich dem Thema Heimat widmet, weiß mit schlichten Materialien, Handwerkskunst und räumlicher Inszenierung zu imponieren. Einen interaktiven Ansatz erlebten wir im italienischen Pavillon. Jede Schülerin und jeder Schüler suchte sich im Raum eine Skulptur der Künstlerin Chiara Camoni aus, um diese fotografisch festzuhalten. So entstand ein ganz persönlicher Dialog mit den Kunstobjekten im Raum.

Ein weiterer Weg führte uns auf die Insel San Giorgio Maggiore, um in der Fondazione Giorgio Cini die großartige Ausstellung „Eroi d´Oro - Goldene Helden“ zu besuchen. Die imposanten Gemälde des deutschen Künstlers Georg Baselitz zeigen fragil wirkende, auf dem Kopf stehende Figuren vor einem leuchtenden Goldgrund, die in gewisser Weise an Heiligenikonen erinnern.

Für besondere Unterhaltung und Interaktivität sorgte die Ausstellung „Dreamers“ von Erwin Wurm. Durch das Einnehmen vorgegebener Posen konnten wir selbst zu lebenden Skulpturen werden. Julian, Kajetan und Simon fassten ihre Eindrücke so zusammen:

Wir hatten sehr viel Spaß beim Betrachten, aber auch beim Nachstellen interessanter Kunstwerke. Ganz besonders gefiel uns der Palazzo Fortuny, wo wir Erwin Wurms berühmte One-Minute-Sculptures nachstellten.

Im Palazzo Ca’ Pesaro, dem Museum für Moderne Kunst, begeisterte uns die Sonderausstellung von Jenny Saville. In ihren ungeschönten Gemälden bricht die britische Künstlerin radikal mit traditionellen Schönheitsidealen und inszeniert den menschlichen Körper als verletzliche und zugleich gewaltige Materie.

Um neben der zeitgenössischen Kunst auch die Geschichte und Kultur Venedigs kennenzulernen, besuchten wir den Palazzo Ducale. Seine prachtvollen Säle und monumentalen Ölgemälde zeugen vom einstigen Glanz und der politischen Macht der Dogen. Über die berühmte Seufzerbrücke gelangten wir anschließend in die ehemaligen Gefängnisse des Palastes. Einen lebendigen Einblick in das venezianische Gesellschaftsleben des 18. Jahrhunderts erhielten wir schließlich im Palazzo Ca’ Rezzonico.

Der Titel der diesjährigen Biennale verweist zwar auf leisere künstlerische Positionen, dennoch gibt es auch monumentale, raumgreifende Installationen. Gerade diese Spannung machte unseren Besuch zu einer abwechslungsreichen Auseinandersetzung mit der Kunst der Gegenwart. Die Reise vereinte auf perfekte Weise kulturellen Gewinn mit gemeinschaftlichem Erleben, wie Dascha, Becci, Luisa und Emma resümierten:

Uns hat die Reise sehr gut gefallen, da sie Spaß mit Bildung verbunden hat. Der Besuch der Biennale sowie die Ausstellungen in den unterschiedlichsten Museen haben uns sehr beeindruckt – nicht zu vergessen: das köstliche italienische Essen!

Am Ende stand für alle fest, dass diese Exkursion ein voller Erfolg war, den man am liebsten sofort wiederholen möchte. Oder wie Ella, Iris und Madleen es treffend zusammenfassten:

Viele neue Eindrücke, schöne Erinnerungen, ganz viel Spaß. Necessità di ripetizione!

Prof. Sulzberger und CAT-Gruppe