Begegnungen auf der Brücke
Brücken sind Orte, die Verbindung und Begegnungen ermöglichen. Istanbul ist seit Jahrhunderten so eine Brücke zwischen Kulturen, Religionen und Erdteilen. Das St. Georgs-Kolleg der Lazaristen hält diesen Begegnungsraum bis heute offen und ermöglicht auch uns vom Bischöflichen Gymnasium interkulturelles Lernen in lebendiger Weise:
Das St. Georgs-Kolleg in Istanbul besteht seit nahezu 150 Jahren und dient der Verständigung zwischen unseren Kulturen. Aus diesem Grund ist der Austausch mit Schulen wie dem Bischöflichen Gymnasium essentiell für unseren Bildungsauftrag, denn auch die österreichischen Schüler:innen lernen eine Türkei kennen, die sie so nicht erwartet haben.
Mag. Gernot Grabher, Direktor des österreichischen St. Georgs-Kolleg
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Im Netzwerk der österreichischen Auslandsschulen nimmt das St. Georgs-Kolleg in Istanbul eine besondere Stellung ein. Bereits seit acht Jahren gibt es einen regen Austausch auf der Ebene der Schulleitungen, umso mehr freut es mich, dass im Herbst 2027 auch Lehrpersonen und Schüler:innen diese besondere Schule in Istanbul, dem alten Byzanz, kennenlernen durften.
Mag.a Renate Höck, Direktorin des Bischöflichen Gymnasiums
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Einst ein Stück Österreich-Ungarn im Osmanischen Reich, benannt nach der im Gebäudekomplex befindlichen ältesten bis heute existierenden katholischen Kirche Istanbuls, ist das St. Georgs-Kolleg heute eine private österreichische Auslandsschule in der Türkischen Republik. Gründer und Erhalter sind die Lazaristen, die ihren Hauptsitz in Graz haben. So gesehen sind auch wir ein Stück weit eine „Grazer Schule“.
Mag. Alexander Jernej CM, Vertreter des Schulerhalters
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„Ich war 13-mal in Asien“, sagt er, „Mit der U-Bahn unter dem Bosporus.“
„Ich war einmal in Asien. Mit dem Auto auf der Brücke über dem Bosporus“, sage ich.
Er und ich sind Wir, Benedikt Muhri und Lucia Rauchenberger. Wir gehen beide ins Bischöfliche Gymnasium Augustinum und hatten die Möglichkeit über das Erasmus+-Programm für zwei Wochen nach Istanbul zu reisen. Benedikt hat bei seiner Gastfamilie in Asien gelebt, ich in Europa, mit der meinen. Unsere Schule, das österreichische St. Georgs Kolleg, lag in Europa.
Wir waren in Istanbul. In der Stadt der streunenden Katzen (ich zählte 861) und der sieben Tore. Der Stadt der Wünsche und der vielen Namen (Byzanz, Konstantinopel, Istanbul). Der Stadt der Bibel und des Koran. Traum der Osmanen, Traum der Venezianer, der Brennpunkt zwischen Kulturen.
Ja, Istanbul ist eine wundersame und fantastische Stadt. Aber weder die Geschichte noch das Stadtbild waren das Kostbarste für uns. Es waren die Menschen, die uns aufgenommen haben und alles mit uns geteilt haben. Freundlichkeit, Lebhaftigkeit, Gastfreundschaft und Weltoffenheit ist Teil der türkischen Kultur. In dieser Stadt leben Türken, Araber, Juden, Christen, Moslems, Menschen vieler Nationen und Religionen zusammen. Überall, wo wir waren, konnten wir diese Mentalität spüren. Im Klassenzimmer, bei den Haltestellen, im Bazar, bei jedem Simit-Wagen. Wir hatten das große Glück Menschen kennengelernt zu haben, die nun Teil unseres Lebens sind und freuen uns darauf, sie im Mai des kommenden Jahres hier bei uns willkommen heißen zu dürfen.
Lucia Rauchenberger 6C und Benedikt Muhri 7A
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Bildung, insbesondere kulturelle Bildung, kann niemals isoliert stattfinden, sondern lebt vom Austausch mit anderen. Erst dort, wo Unterschiede sichtbar werden, beginnen Reflexion und die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur. Die Schulpartnerschaft zwischen dem Bischöflichen Gymnasium Augustinum und dem St. Georgs-Kolleg in Istanbul schafft Raum für solche Begegnungen und verbindet im Rahmen des Erasmus+-Programms den Okzident mit dem Orient.
Der Austausch von Schüler:innen und Lehrenden eröffnet neue Einblicke in andere Lebenswelten, regt dazu an, vertraute Überzeugungen zu hinterfragen und unterschiedliche Sichtweisen neu einzuordnen. Gerade darin liegt eine der wertvollsten Erfahrungen interkulturellen Lernens: zu erkennen, dass die eigene Perspektive nur eine von vielen ist. Jede Begegnung, jedes offene Gespräch und jede noch so kleine Geste des gegenseitigen Interesses baut Brücken – zwischen Menschen, Kulturen und Weltanschauungen.
Mag.a Sybille Paar, Erasmus+-Koordinatorin am Bischöflichen Gymnasium
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Welcome to Istanbul, a city that unites continents and cultures” – so wurden wir von der Purserette gleich nach der Landung am İstanbul Havalimanı, dem Flughafen von Istanbul, begrüßt. Und die Metropole ist wahrlich ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen: Das zeigt sich schon am St. Georgs-Kolleg, der ältesten österreichischen Auslandsschule, an der sowohl das Türkische Staatsdiplom als auch die Österreichische Reifeprüfung abgelegt werden können. Die Hospitationen in den Unterrichtsstunden des türkisch-österreichischen Kollegiums waren eine wertvolle Erfahrung, aus der ich auch neue Ideen und Anregungen für den Unterrichtsalltag in Österreich mitnehmen konnte.
In der Freizeit haben uns gewaltige Basare, eindrucksvolle Moscheen – manchmal mit einer Vergangenheit als christliche Kirchen, das Zentrum der Orthodoxie mit der St. Georgsbasilika im Ökumenischen Patriachat, die Rufe des Muezzins, exotische Gewürze und der unverkennbare türkische Kaffee beeindruckt – die Liste der orientalischen Eindrücke ließe sich um ein Vielfaches erweitern. Abgeschlossen sei sie mit der Acur, einer melonenähnlichen Gurke, um die an jeder Ecke mit Straßenhändler:innen gefeilscht wird.
Mit der bulgarisch-orthodoxen Kirche Sveti Stefan lässt sich noch einmal eine Verbindung zu Österreich herstellen: Die rund 500 Tonnen schweren Bauteile der Kirche wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Wien gefertigt, über die Donau nach Istanbul transportiert und dort zusammengebaut – auch heute noch erstrahlt die Kirche am Ufer des Goldenen Horns. „Dear Purserette, Istanbul is indeed a place that unites the Orient and the Occident. I highly recommend visiting this metropolis!”
Mag. Jürgen Holzer und Dr. Monika Prettenthaler unterrichten am Bischöflichen Gymnasium